Veränderung als Chance - auch für Outplacementunternehmen
Mit der Auswahl des Themas traf von Bredow, Lütteke & Partner offensichtlich den Nagel auf den Kopf: Im Rahmen der aktuellen Burn-out-Diskussion (und hierzu möglicher Präventions-Massnahmen) folgten zahlreiche Besucher der Einladung von vBLP. Die Mischung war wie gewohnt sehr bunt – das Interesse der HR-Verantwortlichen ging quer durch alle Branchen wie Automotive, IT, Versicherungen, Banken - und dies aus mittelständischen Unternehmen ebenso wie aus Konzernen.
Ihr Tenor: Statt als „Hamster im Rad“ zu leiden sollte das Ziel sein, zum „stabilen Fels“ in der Brandung (des Lebens) zu werden – vor allem im beruflichen Alltag mit seinen vielfältigen Anforderungen. Dies gilt insbesondere für die Führungskräfte und „Leistungsträger“, die intensiv auf ihre persönliche Energiebilanz achten müssen – gerade in Zeiten von steigender Arbeitsbelastung, Informationsüberflutung etc. bis zum „Sinnvakuum“, da sie für sich und ihre Mitarbeiter verantwortlich sind.
Zitat Wellensiek: „Auf Dauer hat eine Firma viel mehr von Mitarbeitern, die ihre Leistungsfähigkeit konstant erhalten, als sich durch zu große Hilfsbereitschaft auszupowern. Priorisieren, Nein sagen können, delegieren, Aufgaben in Absprache umverteilen, klare Reaktion auf unrealistische Zielsetzungen – ohne dieses Handwerkszeug kommt eine Führungskraft heute kaum mehr durch. Diese persönliche Resilienz lässt sich gezielt trainieren und hilft, selbst in stürmischen Zeiten Ruhe und Kraft zu bewahren.“
Wie erkennt man einen Burn-out? Die vier Phasen:
1. Überaktivität: Übertriebenes Engagement, Hyperaktivität, Gefühl der Unentbehrlichkeit, Verleugnung eigener Bedürfnisse, Perfektionismus, sich beweisen müssen, überhöhtes Bedürfnis nach Anerkennung
2. Reduziertes Engagement: Verlust positiver Gefühle, allgemeines Gefühl abzustumpfen, Kontaktverlust, negative Einstellung zur Arbeit, Beginn der „inneren Kündigung“, zunehmende Schuldzuweisung auf andere
3. tatsächlicher Abbau der Leistungsfähigkeit: Konzentrationsschwäche, Desorganisation, fehlende Systematik bei der Arbeitsplanung, verringerte Initiative, Entscheidungsunfähigkeit, rigides Schwarz-Weiß-Denken, Widerstand gegen Veränderungen aller Art
4. Verzweiflung: verstärke Hilflosigkeitsgefühle, existenzielle Verzweiflung, Sinnlosigkeit, Energiespeicher füllen sich nicht mehr auf, psychische bzw. psychosomatische Symptome bis zur klinischen Auffälligkeit und Gefährdung
Als Vorbeugung eines Burn-outs hat sich inzwischen das Resilienz-Training sehr bewährt. Sylvia Wellensiek lud die Besucher im Anschluss an ihren Vortrag ein, sich individuell über die Gestaltung eines (auf ihr Unternehmen und dessen Anforderungen maßgeschneiderten) Resilienz-Trainings näher zu informieren.
Unternehmens-Resilienz: Teamzusammenhalt:
Woran erkennt man ein resilientes Team?
Ein resilientes Team rückt zusammen, um gemeinsam konstruktive Lösungen zu finden. Beispiele aus dem Alltag in den Unternehmen sind hierfür: Umgang mit individuellen und gemeinsamen Überlastungen, die teamintern realistische Planung von Zielen, angemessene Verteilung von Aufgaben etc.
Wichtig dabei ist die gegenseitige Wertschätzung und Unterstützung, das aktive Angehen von Konflikten wie auch das gemeinsame Feiern von Erfolgen.
Resilienz: Widerstandskraft - die zehn Schritte zu neuer Stärke:
1. Innehalten – die Kunst der kleinen Pause
2. Standortbestimmung und Rollenklärung
3. Den Lebensrucksack entlasten
4. Das Energiefass wieder auffüllen
5. Konflikte aktiv angehen
6. Die inneren Antreiber ausbalancieren
7. Grenzen setzen – Grenzen wahren – Grenzen öffnen
8. Halt im Netzwerk finden
9. Konsequente Ausrichtung auf Handlungspielräume
10. Verankerung in der eigenen Kraft und Ruhe
Zur Person Sylvia K. Wellensiek:
Psychotherapeutin, Führungskräftetrainerin und Autorin des Handbuchs „Integrales Coaching“ – sowie der Neuerscheinung im Herbst 2011: „Resilienz-Training“
Weitere Informationen unter: www.whtraining.de
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